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Teilstück eines Epitaphs

Teilstück eines Epitaphs

Teilstück eines Epitaphs für Johann Valentin Maier
Michael Rauk, Crailsheim,
1670 Öl auf Holz

Auf dem Gedächtnisbild ist der 1668 verstorbene Crailsheimer Stadtarzt Valentin Maier vor Jesus kniend dargestellt. Michael Rauk hat Jesus mit einem Attribut ausgestattet, der Ledertasche mit Salbenbüchse, die ihn als Arzt ausweist, damit wird ein Bezug zum Beruf des Verstorbenen hergestellt. Der Symbolgehalt der um das Kreuz gewundenen Schlange ist auf diesem Bild ein zweifacher; zum einen das Sinnbild für das Böse und den Sündenfall, die durch Jesus überwunden werden, zum anderen der Äskulapstab, das Symbol der Ärzte und Apotheker. Die Symbolik des gläsernen Herzens, in dem eine Kröte und ein Schwein eingesperrt sind, ließ sich nicht entschlüsseln. Auch die Bedeutung der weiblichen Figur ist unklar. Stellt sie den Glauben oder die Kirche als Vermittlerin zwischen dem sündigen Menschen und Jesus dar? Im Hintergrund ist nicht die Darstellung einer bestimmten Stadt, sondern eine idealtypische Kleinstadt des 16. oder 17. Jahrhunderts mit Häusern wie sie in der Region zwischen Jagst und Kocher üblich waren.