Aktuelles

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Bild eines besonderen Objekts als Valentinsgruß

Zarte Gefühle in antiker Gewandung – ein Bierkrug im Stadtmuseum

Vor rund 200 Jahren war er vermutlich ein Geschenk für eine geliebte Person, ein kleiner, bemalter Bierkrug aus Milchglas. Dargestellt ist ein nackter junger Mann, in empfindsamer Pose, der neben einer kannelierten Säule steht. Das Bild bedient sich motivverwandter, klassizistischer Versatzstücke: Säulenstumpf, nackter Genius. Der Jüngling ist zwar nicht geflügelt und nicht - wie z.B. bei Grabmalen aus der Hochzeit der Antikenbegeisterung - trauernd an die abgebrochene Säule gelehnt, etwas melancholisch wirkt das Ganze dennoch. Der Vers auf dem Bild lautet: „Das Blümlein spricht, Vergiß mein nicht.“ Dazu hält der Jüngling ein Vergissmeinnicht in der Hand.

Der Krug, um 1820 entstanden, ist noch vom Freundschaftskult des 18.Jahrhunderts geprägt. Die idealisierte Antike diente auch in diesem Bereich als Vorbild. Geistig-emotionaler Austausch zwischen Gleichgesinnten und Herzensfreundschaften galten als bürgerliches Ideal. Der Krug kann daher als Freundschaftsgeschenk oder als sogenannte Liebesgabe zwischen Brautleuten gedient haben.

Der Valentinstag, 14. Februar, war im 19. Jahrhundert in Deutschland allerdings noch nicht üblich. Als Tag der Brautleute und Liebenden kam er in England und Frankreich auf. Im 17. Jahrhundert entstand die Mode, Briefe oder Karten mit Sinnsprüchen und Bildern zu Valentin zu verschicken. Im 19. Jahrhundert wurden Valentinskarten industriell hergestellt. Begangen wurde der Valentinstag in England, den USA und Frankreich. In Deutschland kam er nach dem 2. Weltkrieg auf. Ab der Mitte des vergangenen Jahrhunderts, bewirkte die Werbung von Handel und Industrie, dass Blumen, Süßigkeiten und Schmuck als Geschenke zum Valentinstag üblich wurden. Der Valentinstag ist längst ein globales Phänomen.

Wer in diesem Jahr einen besonderen Valentinsgruß verschicken möchte, kann sich das Bild des melancholischen jungen Mannes von unserer Seite hohlen.

Bierkrug mit Zinndeckel, um 1820, Glas, Emaillefarbe , Zinn, H: 14,5 cm (ohne Deckel)

Inv.Nr. 88/827, Altbestand, Provenienz ungeklärt

 

 

 

 

Peter Jakob Schober

Tradition und Moderne

vorerst verlängert bis 11. April 2021

Begleitprogramm

Peter Jakob Schobers „Kunst am Bau“ leuchtet am Stadtmuseum Crailsheim - 27.12.2020

Kunsttechnik-Präsentation Sgraffito
am Samstag, 31. Oktober, abgesagt

Workshops für Kinder
Mittwoch, 18. November 2020, 15.30 - 16.30 Uhr (abgesagt)
Mittwoch, 20. Januar 2021, 15.30 -16.30 Uhr (abgesagt)
Marleen Pennings: Kratze - wir machen ein Wachs-Sgrafitto
Für Kinder von 6 bis 10 Jahren

Vortrag
Freitag, 4. Dezember 2020, 19.00 Uhr (abgesagt)
Marinela Seitz: "Natürlich Schober"

 

Finissage
Sonntag, 31. Januar 2021, 11.00 Uhr (verschoben)
Hannes Schober: Rundgang durch die
Ausstellung mit dem Sohn des Künstlers